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Besuch im Blindenzentrum

Im Februar haben wir, die Schüler der Klasse 1CT, das Blindenzentrum in Bozen besucht. Begleitpersonen waren dabei die Professoren Norbert Nössing und Robert Hochgruber. Nach der Zugfahrt nach Bozen haben wir zuerst das McDonalds besucht, danach sind wir mit dem Bus zum Blindenzentrum gefahren. Nico, also Nikolaus Fischnaller, der Präsident des Blindenzentrums und selbst blind, hat uns begrüßt und uns in einer kurzen Einführung erklärt, wie sich ein Blinder die Welt vorstellt. Wenn ein Blinder erst nach der Geburt blind wird, ist es für ihn einfacher sich die Welt vorzustellen, dafür benötigt er aber sehr genaue Beschreibungen von anderen Menschen. Ist ein Blinder von Geburt an blind, so ist es für ihn sehr schwer sich etwas vorzustellen und viel hängt von seiner Fantasie ab.

Viele von uns dachten, dass Blinde sehr hilflos seien und technische Geräte nicht benutzen können. Nico hat einen sehr guten Orientierungssinn und kann auch, obwohl er blind ist, alleine in die Stadt gehen. Blinde können auch Smartphones und soziale Netzwerke benutzen. Auf ihrem iPhone haben Blinde eine spezielle Software installiert, die ihnen alles vorliest. Mit Hilfe von anderen Menschen können sie sich auch Facebook Bilder beschreiben lassen und selbst welche posten, was viele von uns sehr fasziniert hat. Danach haben wir die Gruppe aufgeteilt. Ein Teil ging mit Nico in den Dunkelparkour, der andere Teil lernte den richtigen Umgang mit Blinden, erklärt von Kathrin. Im Dunkelparkour mussten wir einige Hindernisse überwinden, ohne dabei etwas sehen zu können. Dabei ist es sehr wichtig seine Umgebung abzutasten und mit den anderen zu reden. Kathrin hat dem anderen Teil der Gruppe die Spiele und Hilfsgeräte der Blinden gezeigt. Auch Blinde können Karten oder „Mensch ärgere dich nicht“ spielen. Auf den Karten befindet sich Blindenschrift, damit Blinde und nicht Blinde zusammenspielen können. Die „Mensch ärgere dich nicht“ Figuren sind speziell geformt, um erkannt zu werden. Mit einem Hilfsgerät kann der Blinde sich die Farbe eines Gegenstandes vorlesen lassen. Mit einem Schreibgerät auf dem sich Blindenschrift befindet, kann ein Blinder Texte in unseren Buchstaben verfassen und sie sich vorlesen lassen. Nico hat damit schon ein Buch geschrieben und veröffentlich und viele von uns hat begeistert, wie schnell er damit schreiben kann. Ein großer Nachteil vom Blind-Sein ist es, fast nicht ohne Begleiter auszukommen. Alleine spazieren zu gehen ist fast unmöglich. Als Führer eines Blinden soll man vor dem Blinden hergehen. Der Blinde hält sich dabei an der Schulter fest oder hängt sich am Arm ein. Zudem muss man den Blinden nicht vor Höhenunterschieden wie Stufen warnen, da er sich an der Schulter festhält und merkt, wenn der Führer nach oben oder unter geht. Als Begleitperson sollte man jedoch sagen, wenn man den Blinden verlässt, da er sonst vielleicht redet, keine Antwort bekommt und sich schämt.

Vielen Schülern hat die Erfahrung mit den Blinden sehr gut gefallen. Viele fanden es faszinierend, wie schwer es ist, ohne Augenlicht den Dunkelparkour zu meistern und wie gut Nico zurechtkommt, ohne etwas zu sehen.

Lukas Schatzer, Tobias Kofler

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